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Bürger/Stadt

Stadtgeschichte

Von der Ersterwähnung bis zum Mittelalter

ca. 2 000 v. Chr.
Eine Besiedlung des Gebietes, wo später der Ort Leinefelde entstand, beweisen archäologische Funde aus der Jungsteinzeit.

8./9. Jahrhundert
Der Ortsname "Feld an der Leine" deutet auf eine Siedlung in der karolingischen Zeit hin

9. Jahrhundert
Die Siedlung gehört zum Gau Eichsfeld, der im Jahre 897 erstmals in einer Urkunde des Arnulf von Kärnten erwähnt wird; westlich davon befindet sich der Leinegau. Konrad von Bodenstein übergibt dem Zisterzienser Kloster Reifenstein (gegr. 1162) eine halbe Hufe Land in "Leukenfelt" ; dieses gilt als erster urkundlicher Vermerk Leinefeldes; unweit des Ortes befindet sich der Schnittpunkt der Verkehrswege von Bayern nach Niedersachsen und vom Rhein zur Elbe.

1294
Graf Heinrich von Gleichen verkauft das Eichsfeld sowie die Burgen Birkenstein, Scharfenstein und Gleichenstein an den Erzbischof Gerhard II. von Mainz, damit kommt auch Leinefelde zum Erzbistum Mainz und gehört zum Amt Scharfenstein. Der erste katholische Pfarrer (aus Kirrode) nimmt in Leinefelde seinen Wohnsitz; Patronatsherr ist der Mainzer Erzbischof, die seelische Betreuung hatten Geistliche des Klosters Reifensteins inne.

15. Jahrhundert
Einwohner der aufgegebenen Wüstungen Kirrode (zwischen Leinefelde und Birkungen), Obenrode (zwischen Leinefelde und Breitenbach), Griemelbach (nordwestlich von Leinefelde), Rödichen (zwischen Leinefelde und Breitenholz) und Kirrlötchen (unweit Kirrodes) kommen nach Leinefelde.

Neuzeit bis 1949

Während des Deutschen Bauernkrieges beteiligten sich wahrscheinlich auch Leinefelder Bauern am Sturm auf den bereits zuvor geplünderten Scharfenstein (April) sowie am Zug des Vereinigten Mühlhäuser und Thüringer Haufens unter Thomas Müntzer und Heinrich Pfeifer über das Eichsfeld (1.-7. Mai).

1587
Mit dem Rückerwerb des Scharfensteins durch den Mainzer Kurfürst Daniel Brendel von Homburg wurde auch in Leinefelde die Gegenreformation durchgeführt und mit der Neugründung des Zisterzienser Klosters in Beuren abgeschlossen.

1618 - 1648
Leinefelde liegt im Schnittpunkt zweier Heerstraßen; während des Dreißigjährigen Krieges wurden (1633) von 60 bewohnten Herdstätten 10 zerstört; nach dem Kriege wurden sie und die Kirche wieder aufgebaut; Leinefelde zählte etwa 300 Einwohner.

1664
Mit der Führung von Kirchenbüchern wurde begonnen.

1669
Auf Anordnung des Eichsfelder Landesherrn, des Erzbischofs von Mainz, sollten fortan die Küster aller Orte die Dorfkinder im Lesen, Schreiben, Rechnen und Katechismus unterrichten; spätestens auf diesen Zeitpunkt ist das Bestehen der ersten Leinefelder Schule zu datieren.

Ende des 17.Jahrhundert
Leinefelde, bestehend aus der Dorfstraße (heute Fuhlrottstraße) und dem Ringau, profitiert von der Entwicklung des Textilgewerbes; durch Leinefelder Fuhrleute gelangten Produkte der "Raschweberei" bis nach Ungarn, Nowgorod, Flandern und Spanien; von 4 000 Webstühlen aus Mitteldeutschland stehen im 17. Jahrhundert 3 000 auf dem Eichsfeld.

um 1715
Am Beurenweg wird ein Bildstock errichtet, etwa 40 Jahre später ein weiterer Hinter dem Ringau (seine Reste wurden 1991 geborgen); sie sind Zeugen religiöser Handwerkskunst, dienten wahrscheinlich als Flur- und Wetterkreuze und markierten die wichtigsten Dorfzugänge.

1729
Beginn des Abbruchs der zu klein gewordenen Dorfkirche deren Turm bis heute erhalten blieb; im Mai erfolgte die Grundsteinlegung der Alten Kirche, die unter dem Patronat der Heiligen Maria Magdalena stand und einen der schönsten barocken Dorfaltäre des Eichsfeldes besitzt.

1735
In Leinefelde leben 60 Familien (429 Einwohner); aus ihnen kamen u.a. 14 Ackersleute, je ein Schuhmacher-, Schneider- und Schmiedemeister und - aus dem eichsfeldischen "Urgewerbe" - 3 Leineweber, 43 Wollspinner sowie 112 Garnspinner.

1802
Infolge der Napoleonischen Kriege endet die kurmainzische Herrschaft über das Eichsfeld; es wird zum Königreich Preußen geschlagen, wo es mit kurzer Unterbrechung (1806 - 1815) bis 1944 verbleibt.

1803
Johann Carl Fuhlrott (gest. 1877), Entdecker des Neandertalers (Homo Neandertalensis), wird in Leinefelde geboren.

1826
Bau der großen Rheinstraße (Köln - Berlin), die südlich am Dorf vorbeiging (heute Halle - Kasseler - Straße); Handels- und Frachtverkehr werden nun auf diese und die jetzige Bahnhofsstaße verlagert; im großen Breitenholz findet jährlich (September) ein Pferde- und Viehmarkt statt; dem regen Handel tragen 8 Gasthöfe Rechnung, die im Jahre 1827 bei etwa 700 Dorfbewohnern registriert wurden.

1834
Bau der neuen Reichsstraße von Mühlhausen nach Duderstadt; in Leinefelde kreuzen Rhein- und Reichsstraße (heute B80 und B247); das Dorf wird zu einem Knotenpunkt von Verkehr und Handel sowie zum Lagerplatz für Frachtgut.

1840
In Leinefelde werden 946 Einwohner, 51 Pferde, 2 Bullen, 2 Ochsen, 140 Rinder, 95 Schafe, 42 Ziegen und 200 Schweine gezählt; der Ort besitzt 1 Kirche, 1 Schulhaus, 1 Backhaus, 1 Spritzenhaus, 134 Wohnhäuser, 2 Mühlen und 100 Scheunen bzw. Ställe.

1842
Leinefelde erhält ein Postrelais mit 20 Pferden und im Jahre 1855 die Postexpedition.

um 1865
Im Dorf sind 15 Handwerker mit insgesamt 13 Gesellen und Lehrlingen ansässig.

1867
Bau der Bahnstation Leinefelde an der Eisenbahnlinie Halle - Arenshausen (später Kassel), mit den Strecken Gotha - Leinefelde (1870), Leinefelde - Eschwege "Kanonenbahn" (1880) und Leinefelde - Wulften (1897); der Ort entwickelt sich dadurch zum zentralen Eichsfeld-Bahnhof ; Leinefelde, ehemals "Filialgemeinde" von Birkungen, wird zur selbständigen katholischen Pfarrei erhoben.

1868
Die Leinefelder Senffabrik erhält die erste Dampfmaschine des Dorfes; von hier aus erfolgt ab 1894 die elektrische Straßenbeleuchtung; seit den 60er Jahren gilt Leinefelde als größter Handelsort im Landkreis Worbis.

1871
Erster evangelischer Gottesdienst in der Güterbodenarbeitsstube der Thüringer Eisenbahn, an dem 20 Erwachsene und 7 Kinder teilnahmen; 1874 erfolgte die Gründung der evangelischen Schule mit einem Lehrer und 23 Kindern; sie bestand bis 1938; im Jahre 1877 wurde die evangelische Pfarrgemeinde gegründet, der 60 Gläubige angehörten; sie entstammten zumeist den Familien der neu hinzugezogenen Bahn-, Post-, Zoll- und Forstbeamten.

1880
Konrad Hentrich (gest. 1972), internationaler renommierter Linguist, der sich auch um die Regionalgeschichtsschreibung des Eichsfeldes verdient gemacht hat, wird in Leinefelde geboren.

1886
Grundsteinlegung für eine neue katholische Kirche beim Bau des dreischiffigen Gotteshauses im neugotischen Stil legten viele Gemeindemitglieder mit Hand an; 1893 erfolgte die Kirchweihe; Patronin der Kirche mit ihrem weithin sichtbaren 56 Meter hohen Turm war wiederum die Heilige Maria Magdalena; im gleichen Jahr fand auch die Weihe der evangelischen Schule statt.

1890
Leinefelde hat 1593 Einwohner davon sind etwa 1.400 katholische Christen.

Ende des 19.Jahrhundert
Der florierende Fell- und Wollhandel brachte Leinefelde bald den Namen "Klein - Leipzig" ein; in einem Gedicht hieß es: "Leinefelde, das beim Gelde in den Fellen wühlt ..." (nach dem Ersten Weltkrieg stirbt dieses Gewerbe jedoch nahezu vollständig aus); seit der Mitte des 19. Jahrhundert tragen Darmhandel, Haarfabrikation (seit 1854) sowie die Herstellung des weithin bekannten Leinefelder Senfes zur gewerblichen Blüte des Ortes bei.

1900
Gegenüber dem Bahnhof wird ein neues Postamt in Betrieb genommen; es erhält ein Jahr später Telefonverbindungen.

1901
Am 10. März wird der Landschaftsmaler Josef Anton Heike in Leinefelde geboren.

1903
Die Grauen Schwestern aus dem Orden der Heiligen Elisabeth eröffnen in Leinefelde eine Schwesternstation; in deren Räumen führen sie ab 1904 den ersten Kindergarten ("Kinderbewahranstalt") des Ortes und beginnen mit der häuslichen Krankenpflege,; vier Jahre später wird der Grundstein für das St. Josephstift gelegt, das das katholische Krankenhaus und den Kindergarten beherbergt sowie über eine eigene Kapelle verfügt; ebenfalls 1903 wird die evangelische Schule in den Gesamtschulverband Leinefeldes integriert.

1913
Die Leinefelder Haarfabriken beschäftigen zwischen 150 und 180 Arbeiter.

1914
Eichsfelder Handwerkertag (März) in Leinefelde, an dem über 170 Handwerker aus den Kreisen Worbis und Heiligenstadt teilnehmen; unmittelbar nach dem Ausbruch des Ersten Weltkrieges richtet das St. Josephstift im September ein Lazarett (bis 1919) für 64 verwundete Soldaten ein.

1918
Im Ersten Weltkrieg fallen 66 Leinefelder Männer; an der Kallmeröder Straße (Lunapark) wird ihnen 1932 ein Ehrenmal errichtet.

1920
Folgende Familiennamen werden in Leinefelde am häufigsten registriert:
Orlob (65), Hentrich (61), Schneider (50), Fuhlrott (45) und Löffelholz (39).

1927
Durch die 60 kleinen Fabriken, Handwerks- und Gewerbebetriebe, Geschäfte und Gaststätten entwickelt sich Leinefelde zunehmend zu einem Ort kleinstädtischen Charakters; 1928 werden hier 12 Vereine registriert, darunter die Freiwillige Feuerwehr, der Gesangsverein Arion sowie der Sportklub 1912 (sie bestehen heute noch).

1930/31
Am St. Josephstift werden Erweiterungsbauten durchgeführt.

30er Jahre
Kurz vor und nach der Machtergreifung durch die Nationalsozialisten erfolgen bis in das religiöse Leben des Dorfes hinein massive Eingriffe: Flugblätter und Anzeigen gegen katholische Geistliche sowie mehrfache Inhaftierung des evangelischen Pfarrer Stark (er starb 1948 an den Folgen); per Anordnung mußte 1940 der Bücherbestand zur Verbreitung religiöser Schriften aus der katholischen Kirche entfernt werden.

1933
Das Eichsfeld wird dem Gau Thüringen zugeschlagen.

1940
Der Ort wird von englischen Brand- und Sprengbomben angegriffen.

1942
Die vier Glocken der Alten Kirche mußten als "kriegswichtiges Material" abgeliefert werden (1949 werden drei neue Glocken geweiht).

1945
Am 31. März (11.00 Uhr) erfolgte ein Luftangriff auf den Bahnhof, ein zweiter am 1. April (9.00 Uhr); dem Befehl Hitlers folgend, die strategisch wichtige Punkte beim Rückzug der deutschen Wehrmacht zu zerstören , wurden am 9. April die beiden Eisenbahnbrücken in Leinefelde gesprengt; daraufhin verweigerte sich der Leinefelder Volkssturm weiterer Befehle und erklärte das Dorf zum offenen Ort. Insgesamt blieb Leinefelde von den Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs weitgehend verschont; am 10. April rückte die 1. Amerikanische Panzerarmee ein und am 7. Juli erfolgte (laut Vereinbarung der Konferenz von Jalta) der Einmarsch sowjetischer Truppen; um Flüchtlingen und Heimkehrern zu helfen, arbeiten Volkssolidarität und Caritas zusammen; von Juli bis Dezember wurden in Leinefelde etwa 30 000 warme Essensportionen ausgegeben.

1946
Zwischen den Besatzungszonen wird die Demarkationslinie gezogen; der Kreis Duderstadt kommt zur englischen, das Obereichsfeld zur sowjetischen Besatzungszone; damit wird die einstmals katholische Enklave Eichsfeld gespalten; infolge der Sperrung der Zonengrenzen lagern Ende Juni zwischen 700 und 800 Menschen auf den Straßen Leinefeldes (Volkssolidarität und Caritas leisten erneut Verpflegungshilfe); Leinefelde wird von einer Typhusepedemie heimgesucht; seit dem 21. September gehört Leinefelde zu den Landkreis Worbis (Sitz Heiligenstadt); durch Enteignung, Beschlagnahmung und die folgende Zwangsevakuierung wird die seit Jahrhunderten gewachsene wirtschaftliche Struktur der Region zerschlagen.

Die Zeit der DDR (1949 - 1990)

1949
Mit der Gründung der Bundesrepublik und der DDR sowie dem Bau der Mauer im August 1961 scheint die Spaltung Deutschlands in zwei Staaten für ein historisch längeren Zeitraum besiegelt; auch durch das Eichsfeld verläuft damit die Trennungslinie zwischen beiden Gesellschafts- und Paktsystemen, zwischen Ost und West.

1959
"Plan zur ökonomischen und kulturellen Entwicklung der Kreise Worbis und Heiligenstadt" - der sogenannte Eichsfeldplan wurde beschlossen, um diese Region fest in das Gesellschafts- konzept der DDR: Aufbau, Entwicklung und Entfaltung des Sozialismus auf deutschem Boden, einzubinden.

1960
Leinefelde zählt 2.559 Einwohner, 2.000 von ihnen sind katholische Christen.

1961
Baubeginn der Baumwollspinnerei: in dem größten Betrieb Leinefeldes arbeiten 1977 4 400 Beschäftigte, die Hälfte davon kam aus Leinefelde (70% der Belegschaft waren Frauen); durch weitere Industrieansiedlungen wächst der Ort binnen kürzester Frist zum industriellen Zentrum (insbesondere der Textilindustrie) auf dem Obereichsfeld; aus den umliegenden Dörfern wie aus dem gesamten Gebiet der DDR ziehen vor allem junge Leute in die Leinestadt, für sie werden mehrgeschossige Wohnblöcke erbaut; bis 1977 entstanden 3.200 Neubauwohnungen, in denen knapp 80% der Leinefelder Bürger leben.

1964
Beginn der Schulneubauten: bis 1983 werden 6 Schulen und bis 1979 6 kombinierte Kinder-tagesstätten errichtet; 1977 unterrichten in Leinefelder Schulen 134 Lehrer 2.289 Schüler; in den Kindergärten betreuen 100 Erzieherinnen 920 Kinder.

1969
am 7. Oktober erhält Leinefelde (6 200 Einwohner) das Stadtrecht; damit wird - nicht zuletzt aus politischen Gründen - zugleich ein Exempel statuiert; die SED und die durch sie bestimmten staatlichen Institutionen beabsichtigten inmitten einer strukturell relativ schwach entwickelten und traditionell katholisch geprägten Region, die erste sozialistische Stadt des damaligen Bezirkes Erfurt zu plazieren; dies hatte zur Folge , daß in kurzer Zeit jahrhunderte-alte dörfliche Strukturen aufgesprengt wurden; Industrieanlagen in einem für diesen Landstrich bislang unbekanntem Ausmaß, rasche Bevölkerungsansiedlung in eigens dafür errichteten Neubauvierteln verändern grundlegend die Lebens-, Wohn- und sozialen Verhältnisse in Leinefelde; fortan bestimmte der Schichtwechsel in den großen Betrieben den Alltag und Lebensrhythmus der meisten Familien; während andere Eichsfeldstädte vergleichsweise viel von ihrer ursprünglichen Identität und ihres lokalen Kolorits bewahren konnten, wurde Leinefelde (sicher auch aufgrund seiner zentralen Lage) dazu bestimmt, Zentrum der Arbeiterklasse auf dem Eichsfeld zu sein.

Mitte der 70er Jahre
mit der raschen Bevölkerungszunahme wachsen auch die katholische und evangelische Pfarr- gemeinde; 1975 bauen die katholischen Christen eine alte Scheune zum Gemeindehaus (Johanneshaus) um; 1985 wird ein neuer Kindergarten fertiggestellt; ein Jahr später erfolgt die Grundsteinlegung des Gemeindezentrums St. Bonifatius und 1988 die St. Bonifatius Kirche für die gleichnamige zweite katholische Pfarrgemeinde in Leinefelde; 1991 zählen beide Gemeinden etwa 8.400 Christen. Die evangelische Gemeinde weiht 1981 ihr Gemeindezentrum ein; zehn Jahre später zählt sie ca. 1.600 Gemeindemitglieder; seit Beginn der 70er Jahre bestehen zwischen den Gemeinden regelmäßige ökumenische Beziehungen.

1986
Beginn des zweiten Wohnbauabschnittes südlich der B 247; Leinefelde - Süd als typisches Neubaugebiet wird damit vollendet.

1989
am Donnerstag (19.10.) versammeln sich in der katholischen Pfarrkirche etwa 700 Menschen zum Abendgottesdienst; sie fordern die Freilassung inhaftierter Leinefelder Bürger und die Schaffung demokratischer Verhältnisse in der DDR, um der im Sommer in Gang gekommenen Fluchtwelle Einhalt zu gebieten; seither fanden jeden Donnerstag Friedensgottesdienste und friedliche Lichterdemonstrationen statt. Oktoberforderungen waren: Reisefreiheit, Öffnung der Grenzen ("Eichsfeld ohne Grenzen") sowie Achtung der Würde eines jeden Menschen;

am 9. November nehmen etwa 10.000 Personen am Friedensgottesdienst in und vor der Kirche teil; es schloß sich eine Lichterprozession zum Zentralen Platz an, wo noch etwa 8.000 Bürger hinzukamen; dort erreichte sie die Nachricht von der Öffnung der deutsch - deutschen Grenze; das Gesellschaftsexperiment DDR bricht zusammen; als historisch untauglich hat sich der überideologisierte, in allen Lebensbereiche eingreifende und nur von einer Partei dominierte Staat erwiesen; Tempo und friedlicher Charakter der politischen Wende 1989 zeugen davon, wie labil und anfällig das wirtschaftliche, politische und soziale System der DDR geworden war; der einst so mächtige Partei- und Sicherheitsapparat vermochte dem landesweiten Aufbegehren der Demonstranten nichts entgegenzusetzen und wurde von den Ereignissen überrollt (begünstigt nicht zuletzt dadurch, daß seit der von Gorbatschow proklamierten Perestroika, das scheinbar einheitliche sozialistische Staatenbündnis auseinanderzubrechen begann).

Die Zeit nach dem Mauerfall

1990
nach 24jähriger Unterbrechung ist ab Mai die Eisenbahnstrecke Halle - Kassel mit Halt in Leinefelde wieder befahrbar; anlässlich der deutschen Wiedervereinigung finden am 2. und 3. Oktober Festveranstaltungen statt; seit dem 14.10. ist das Obereichsfeld ein Teil des Bundeslandes Thüringen.

1991
im Juni erfolgt der erste Spatenstich für das Gewerbegebiet Breitenhölzer Straße; 13 Betriebe siedelten sich auf einer Fläche von 11,68 ha an, ca. 300 Arbeitsplätze wurden geschaffen; die Bundesregierung und das Land Niedersachsen fördern das Projekt jeweils mit 2,78 Mill. DM.

1992
am Abend des 22. November 1991 wird der Grenzänderungsvertrag zwischen Breitenholz und Leinefelde offiziell besiegelt; damit wird die Gemeinde Breitenholz ein Ortsteil von Leinefelde; der Vertrag tritt am 1.1.1992 in Kraft; Leinefeldes Einwohnerzahl steigt von 15.500 auf 16.024 (Stand vom 12.8.1992).

1993
am 1. Oktober werden in der Stadt Leinefelde Stromstadtwerke gegründet; der größte Kirchenneubau in den neuen Bundesländern, die St. Bonifatius Kirche, wird am 9. Oktober von Bischof Dr. Joachim Wanke eingeweiht.

1994
der Ortsteil Breitenholz feiert sein 450jähriges Bestehen mit einer Festwoche; am 1. Juli werden die einstigen Kreise Worbis und Heiligenstadt zum neuen Eichsfeldkreis fusioniert, zu dem auch Leinefelde gehört;

Das erste Schienenprojekt Deutsche Einheit, der zweigleisige Ausbau und die Elektrifizierung der Eisenbahnstrecke Eichenberg - Halle ist abgeschlossen; am 28. Mai wurde die neue Linie offiziell von Bundesverkehrsminister Matthias Wissmann, Ministerpräsident Bernhard Vogel und Peter Münch vom Hauptvorstand der Deutschen Bahn AG symbolisch freigegeben; gleichzeitig wurde das erste von 25 geplanten Elektrostellwerken offiziell seiner Bestimmung übergeben. Am 7. Oktober begeht Leinefelde sein 25jähriges Stadtjubiläum mit einer Festwoche.

1995
Leinefelde feiert sein 1. Stadtfest, das Fest der Leinefelder Lämmerschwänze. Das Fest wird jeweils am Wochenende nach Pfingsten als Fest der Leinefelder für Leinefelder und Gäste gefeiert; der Männergesangverein "Arion" begeht sein 100jähriges Chorjubiläum; im Gewerbegebiet "In den Saalen" wird ein neues Einkaufszentrum eröffnet; die Gemeinde Birkungen wird Ortsteil der Stadt Leinefelde.

Seit Dezember übernimmt Leinefelde die Verwaltungsaufgaben der Gemeinde Beuren als erfüllende Gemeinde.

1996
Am 14. Mai erfolgte durch den Bundesbauminister, Herrn Töpfer, die Einweihung des Solargebäudes "Leinefelde 2000". Bauherr ist die "Ernergiesparunion Leinefelde". In diesem großzügig gestalteten Gebäude sind u.a. das Thüringer Landwirtschaftsamt und die Eichsfeld Akademie untergebracht.

In der Südstadt wird der Bonifatiusplatz umgestaltet und mit der Modernisierung der Wohnblöcke in der Gaußstraße begonnen. Der Radweg Leinefelde-Beuren wird am 05. September seiner Bestimmung übergeben. Im Wohngebiet "Am Warteberg" werden die ersten Wohnhäuser gebaut. In der Leinefelder Südstadt wird ein neues Kino seiner Bestimmung übergeben.

Anlässlich des 2. Stadtfestes wird am 19. Mai mit Unterstützung der Leinefelder Handwerksbetriebe der Rathausturm wieder errichtet.

Die Wetterstation am Köhlersberg begeht ihr 50. Jubiläum.

Zum 50. Todestag des Landschaftsmalers Joseph Heike wird vom gleichnamigen Förderkreis mit Unterstützung der Stadt eine große Ausstellung im Gemeindezentrum "St. Bonifatius" eröffnet. Die Schirmherrschaft übernimmt Weihbischof Koch aus Erfurt.

Herr Joachim Apel, Musiklehrer und Chorleiter des Kirchenchores "Cäcilia" und des Männergesangvereins "Arion", erhält am 19. Juni die Bundesverdienstmedallie überreicht durch Landrat Dr. Werner Henning.

Herr Pfarrer Vogt verlässt die Kirchengemeinde "St. Maria Magdalena". Aus diesem Anlass ehrt ihn die Stadt für sein langjähriges Wirken in Leinefelde mit der Ehrenbürgerschaft.

Das Krankenhaus "St. Josef" wird am 31. Dezember geschlossen.

Der Verein für Eichsfeldische Heimatkunde kann auf sein 90-jähriges Bestehen zurückblicken (Erstgründung 1906 in Leinefelde). Der Gründer des Vereins, Prof. Konrad Hentrich, wird am 22. Juni mit einem Gedenkstein geehrt und die Grund- und Regelschule I erhält seinen Namen.

1997
Leinefelde wird als dezentrales Projekt der Weltausstellung EXPO 2000 in Hannover am
20. November registriert.
Ein Teil dieses Projektes ist die Umgestaltung der Südstadt, welche konsequent fortgesetzt wird. Zur Information über die Umgestaltungsphasen wird das Südstadtbüro eingerichtet.

Weitere wichtige Baumaßnahmen werden begonnen. So der Ausbau der Breitenbacher Straße, der Bau der Jahnstraße und die Erschließung der Wohngebiete "Hinter dem Warteberg" und der Fortsetzung "In den Oeken".

Im Ortsteil Birkungen wird die Festhalle "Siechen" und in Leinefelde das "TEAG-Kundenzentrum" sowie das Rathaus "Wasserturm" eingeweiht.

Kultur, Historie und Jubiläen 
1100 Jahre urkundliche Ersterwähnung des Eichsfeldes
770 Jahre Leinefelde (1227 urkundliche Ersterwähnung)
130 Jahre Bahnstrecke Nordhausen-Arenshausen mit Bahnhof in Leinefelde

Leinefelde feiert sein 3. Stadtfest und veranstaltet dabei den "1. Eichsfelder Feldgieckermarkt".
Der "1. Eichsfelder Wirtschaftstag" wird am 13. und 14. Juni in der Obereichsfeldhalle durchgeführt.

Die Falkegruppe aus dem Sauerland übernimmt die Baumwollspinnerei. Am 24. Juni erfolgt die Vertragsunterzeichnung "Leinefelder Textilwerke GmbH". 
 
Anlässlich des 120. Todestages von J. C. Fuhlrott findet eine Gedenkfeier statt. 

1998
In der Südstadt, südlich des Stadionbereiches, erfolgt der erste Spatenstich für ei neues Jugendzentrum.

Im Komplex des zukünftigen Berufsbildungszentrums wird eine neue 3-Felder-Sporthalle, die Lunaparkhalle, ihrer Bestimmung übergeben.

In der Bahnhofstraße vollzieht sich der Um- und Neubau des Sparkassengebäudes.

Im Rahmen der EXPO-Maßnahmen werden erstmalig Abriss- und Rückmontage von Wohnblöcken zur städtebaulichen Neuordnung durchgeführt. Die Jahnstraße als südliche Anbindung an die B 247 wird fertiggestellt und übergeben.

Am 14. Oktober besucht Bundespräsident Roman Herzog die Stadt Leinefelde.

1999
Der Leinefelder Sportkomplex wird weiter ausgebaut. An der Stelle des ehemaligen Freibades erfolgt die Grundsteinlegung für das neue Sport- und Familienbad.

Im Bereich des Lunaparks entsteht ein Wiesentheater, die südliche Wegeachse und die Umgestaltung von "Tüffers Garten" werden abgeschlossen.

Der Offene Kanal "Leinefelde TV" nimmt seinen Sendebetrieb auf.

Vor dem Sparkassengebäude in der Bahnhofstraße, das inzwischen fertiggestellt ist, wird eine Figurengruppe enthüllt, die auf den traditionellen Fellhandel in Leinefelde verweist. (In der Hauptfigur erkennen viele die Gesichtszüge des Bürgermeisters).

Im Rahmen des diesjährigen Stadtfestes gibt der Musikprofessor Karl Kaufhold, ein gebbürtiger Leinefelder, sein erstes Konzert sowie eine Orgelmesse in der Leinestadt. Zur Aufführung kommen eigene Werke, die u.a. seiner Heimatstadt gewidmet sind.

Der Saal "Eichsfelder Hof" wird zur Kirmes wiedereröffnet.

Aus Anlass des 30. Stadtgeburtstages im Oktober wird die Obereichsfeldhalle nach umfangreichen Baumaßnahmen ebenfalls wiedereröffnet.

2000
Leinefelde nimmt als dezentraler Standort an der EXPO 2000 teil und legt damit einen weiteren Grundstein zur "Erfolgsgeschichte Stadtumbau".

2004
Der Komponist und Musiker Professor Kaufhold wird zum Ehrenbürger der Stadt Leinefelde ernannt.

Gemeinsam mit den bereits eingemeindeten Orten sowie Breitenbach, Worbis, Kalt- und Kirchohmfeld, Wintzingerode wird die neue Einheitsstadt Leinefelde-Worbis gegründet.


Erstellt durch das Frauenprojekt Tourisma / ZukunftWerkStadt bei der Stadt Leinefelde

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