Hundeshagen. In feierlichem Rahmen sind am Donnerstagnachmittag in der Heiligenstädter Laurentiuskapelle des Landratsamtes sechs Persönlichkeiten mit dem Ehrenbrief des Freistaates Thüringen ausgezeichnet worden. Mit dieser hohen Würdigung ehrt der Thüringer Ministerpräsident Bürgerinnen und Bürger, die sich über viele Jahre hinweg in besonderer Weise für das Gemeinwohl engagiert haben.

Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand auch Bärbel Bode aus Hundeshagen. Sie erhielt den Ehrenbrief für ihr jahrzehntelanges, verlässliches und prägendes Wirken im örtlichen Schützenverein. In verschiedenen Vorstandsämtern hat sie die Entwicklung des Vereins aktiv mitgestaltet und Verantwortung übernommen. Darüber hinaus gilt sie als Hüterin der Vereinschronik, in der sie Geschichte, Traditionen und besondere Ereignisse bewahrt und für kommende Generationen dokumentiert. Ihr Engagement steht beispielhaft für gelebte Vereinstreue und ehrenamtliche Kontinuität im Stadtgebiet von Leinefelde-Worbis.
Auszug aus der Laudatio:
"Bärbel Bode ist seit vielen Jahren eine solche tragende Kraft im Schützenverein Hundeshagen. Ihr Wirken ist geprägt von Sorgfalt, Verlässlichkeit und einem tiefen Verantwortungsbewusstsein für das Ganze. Von 2001 bis 2005 und von 2009 bis 2013 war sie als Schriftführerin tätig und dokumentierte das Vereinsleben mit großer Genauigkeit. Was dort festgehalten wurde, war mehr als reine Formalie – es war die Grundlage für Kontinuität und Stabilität im Vereinsalltag. In den Jahren 2005 bis 2009 übernahm sie zusätzlich die Aufgaben der Kassenwartin und zugleich das Amt der zweiten Vorsitzenden. In dieser Zeit zeigte sie nicht nur ihre finanzielle Kompetenz, sondern auch ihre Fähigkeit, Verantwortung zu tragen. Diese Chronik ist weit mehr als eine Sammlung von Daten und Ereignissen. Sie ist Erinnerung. Identität. Und ein Stück gelebte Geschichte für kommende Generationen. Doch Bärbel Bodes Engagement endet nicht bei Ämtern und Aufgabenbeschreibungen. Sie ist stets zur Stelle, wenn es gilt, Veranstaltungen zu organisieren, Mitglieder zu motivieren oder neue Ideen einzubringen. Ihr Einsatz geschieht leise, aber wirkungsvoll – getragen von tiefer Verbundenheit mit dem Verein und den Menschen, die ihn ausmachen. Ihr Wirken zeigt eindrucksvoll, dass Ehrenamt nicht laut sein muss, um nachhaltig zu sein. Dass Verlässlichkeit eine Form von Stärke ist. Und dass Gemeinschaft Menschen braucht, die Verantwortung nicht scheuen, sondern annehmen. Der Ehrenbrief des Freistaates Thüringen würdigt genau dieses Engagement. Ein Engagement, das über Jahrzehnte hinweg gewachsen ist und bis heute trägt. Bärbel Bode hat sich diese Auszeichnung durch ihre Beständigkeit, ihre Hingabe und ihren unermüdlichen Einsatz in besonderer Weise verdient."

Die feierliche Übergabe der Ehrenbriefe erfolgte durch die Landrätin Marion Frant, gemeinsam mit dem Ehrenamtsbeauftragten der Thüringer Staatskanzlei, Guntram Wothly. Zahlreiche Gäste sowie Angehörige und Wegbegleiter der Geehrten nahmen an der Veranstaltung teil. Für den musikalischen Rahmen sorgten Schülerinnen und Schüler der Eichsfelder Musikschule.
In ihrer Ansprache hob die Landrätin die zentrale Bedeutung des Ehrenamtes hervor. Ehrenamtliches Engagement sei kein schmückendes Beiwerk, sondern ein tragendes Fundament des gesellschaftlichen Zusammenhalts. Gerade im Eichsfeld zeige sich täglich, wie sehr Vereine, Initiativen und engagierte Einzelpersonen das Leben vor Ort prägten. Das Ehrenamt sei in Thüringen zudem verfassungsrechtlich besonders geschützt und Ausdruck gelebter Verantwortung.
Neben Bärbel Bode wurden auch Monika Dölle (Dingelstädt), Gerhard Propf (Lindewerra), Waltraud Stadermann (Hausen), Annett Baumgartl (Zwinge) und Josef Vockrodt (Dingelstädt) für ihr herausragendes ehrenamtliches Wirken ausgezeichnet. Sie stehen stellvertretend für viele Menschen, die sich oft im Hintergrund, aber mit großer Verlässlichkeit und nachhaltiger Wirkung für andere einsetzen.
Im Rahmen der Feierstunde wurde auch ein Ausblick auf die geplante EicEn-Agentur gegeben, die Eichsfelder Freiwilligenagentur. Diese soll noch im Laufe des Jahres ihre Arbeit aufnehmen und das Ehrenamt künftig unterstützen, vernetzen und sichtbarer machen. Nach dem offiziellen Teil klang die Veranstaltung bei einem gemeinsamen Imbiss mit persönlichen Gesprächen und einem offenen Austausch aus.
