Auftakt für neues Radverkehrskonzept im Eichsfeld

Mit einer Auftaktveranstaltung Ende Januar fiel der Startschuss für das Vorhaben, das eine zukunftsweisende Grundlage für den Alltagsradverkehr, den Freizeitradverkehr sowie den touristischen Radverkehr im gesamten Kreisgebiet schaffen soll.

Zuvor hatte der Kreisausschuss der Beauftragung des Planungsbüros green-solutions aus Murnau zugestimmt, das das Projekt gemeinsam mit destination-to-market aus Lenggries umsetzt. Ziel des neuen Konzeptes ist es, aktuelle Entwicklungen im Radverkehr aufzugreifen und Politik sowie Verwaltung eine belastbare Entscheidungsgrundlage für die kommenden acht bis zehn Jahre an die Hand zu geben.

"Das Radverkehrskonzept soll konkrete Handlungsempfehlungen für ein leistungsfähiges und vernetztes Radwegenetz enthalten. Vorgesehen sind unter anderem Vorschläge für Routen, abgestimmt auf die jeweiligen Straßenbaulastträger und zuständigen Institutionen. Hinzu kommen Kostenschätzungen für empfohlene Maßnahmen, zielgruppenspezifische Empfehlungen sowie ein Wegweisungskataster. Damit soll die Weiterentwicklung des Radverkehrs im Landkreis künftig einheitlich, strukturiert und praxisnah erfolgen", heißt es in einer aktuellen Pressemitteilung des Landratsamtes.

Heiko Kruse, Teresa Mumdey, Rainer Lampl (green solutions), Marion Frant und Ingo Steinicke (von links).

Nach Fertigstellung des Konzeptes können konkrete Maßnahmen vorbereitet und schrittweise umgesetzt werden. Dazu gehören beispielsweise eine flächendeckende Beschilderung und Wegweisung im gesamten Landkreis einschließlich der Anbindung an benachbarte Landkreise, der Bau oder die Ertüchtigung von Radwegen sowie zusätzliche Radinfrastruktur wie Abstellanlagen oder Servicestationen. Für viele bauliche Vorhaben ist die Einwerbung von Fördermitteln erforderlich. Das Radverkehrskonzept bildet dafür die notwendige fachliche Grundlage.

Übergeordnetes Ziel ist der Aufbau einer attraktiven, sicheren und gut vernetzten Radinfrastruktur für Einwohnerinnen und Einwohner ebenso wie für Gäste und Touristen. Neben baulichen und organisatorischen Fragen spielen auch qualitative Aspekte eine wichtige Rolle. So sollen unter anderem die subjektive Verkehrssicherheit verbessert und die öffentliche Wahrnehmung eines leistungsfähigen regionalen Radverkehrsnetzes gestärkt werden.

Zur Ermittlung der Bedarfe der Bevölkerung sowie touristischer Nutzergruppen wurde bereits eine Online-Umfrage durchgeführt. Das Beteiligungsformat stieß auf eine sehr gute Resonanz. Im weiteren Projektverlauf folgen nun die Auswertung der eingegangenen Hinweise, eine vertiefende Bestandsermittlung vor Ort durch Befahrung identifizierter Routen, Workshops mit den Gemeinden sowie mit fachkundigen Akteuren und schließlich die Strategieentwicklung mit konkreten Handlungsempfehlungen.

"Wenn der ambitionierte Zeitplan eingehalten werden kann und notwendige Fördermittel rechtzeitig beantragt werden, könnten ab dem Jahr 2027 erste Maßnahmen umgesetzt werden", heißt es in der Mitteilung weiter.

An der Auftaktveranstaltung nahmen zahlreiche Vertreterinnen und Vertreter aus Kommunen des Landkreises Eichsfeld sowie verschiedener Fachinstitutionen teil, darunter das Thüringer Landesamt für Bau und Verkehr, Region Nord, die AGFK Thüringen, der Unstrutradwegverein, die Polizeiinspektion Heiligenstadt, die Straßenverkehrsbehörde des Landratsamtes, die zuständigen Mitarbeitenden aus dem Referat Kreisentwicklung sowie Landrätin Dr. Marion Frant.

Mit der Neuaufstellung des Radverkehrskonzeptes setzt der Landkreis Eichsfeld ein deutliches Zeichen für eine zukunftsorientierte Mobilitätsentwicklung und die nachhaltige Stärkung des Radverkehrs in der Region.