Großes Interesse an Filmnachmittag im Leinefelder Mieterzentrum

Zu Gast war der aus Gotha stammende Regisseur Gerald Backhaus, der seinen Film persönlich vorstellte und im Anschluss für ein Publikumsgespräch zur Verfügung stand. Organisiert wurde der Filmnachmittag vom städtischen Wohnungsunternehmen WVL. Zahlreiche Besucherinnen und Besucher nutzten die Gelegenheit, den Film kostenfrei zu sehen und mit dem Filmemacher ins Gespräch zu kommen.

"Mit langanhaltendem Applaus endete die Vorführung. Das Publikum zeigte sich sichtlich bewegt und zugleich bestens unterhalten. Besonders die teils derben Mundartausdrücke sorgten an vielen Stellen für herzhaftes Lachen und verliehen dem Film eine besondere Authentizität", resümiert Stadtteilmanager Markus Friedrich.

In seinem Dokumentarfilm begibt sich Gerald Backhaus auf eine Reise durch Thüringen und widmet sich der sprachlichen Vielfalt des Landes. Das Filmteam schaute den Menschen in Altenburg, Meiningen, Saalfeld, nördlich von Erfurt, in Ruhla, bei Gotha, in Rauenstein, im Eichsfeld und in der Vogtei bei Mühlhausen „aufs Maul“. 

"Deutlich wird dabei: Thüringisch ist nicht gleich Thüringisch – die Dialekte unterscheiden sich mitunter schon von Dorf zu Dorf. Der Film macht auf eindrucksvolle Weise sichtbar, wie reichhaltig – und zugleich bedroht – diese regionalen Sprachformen sind", so Friedrich.

Im anschließenden Publikumsgespräch entwickelte sich ein lebendiger Austausch. Einige Gäste ließen es sich nicht nehmen, selbst Kostproben ihres Eichsfelder Platts zum Besten zu geben – sehr zur Freude der Anwesenden. Dabei wurde deutlich, wie stark die Mundart noch immer mit regionaler Identität und Zugehörigkeitsgefühl verbunden ist.

"Gleichzeitig herrschte Einigkeit darüber, dass Dialekte wie das Eichsfelder Platt zunehmend in Vergessenheit geraten. Zwar können viele der Gäste die Mundart noch gut verstehen, doch nur wenige sprechen sie aktiv. Für die meisten ist sie vor allem eine Erinnerung an die eigene Kindheit – an Gespräche der Großeltern, die das Platt selbstverständlich im Alltag verwendeten. Der Filmnachmittag zeigte eindrucksvoll, dass regionales Kulturgut nicht nur nostalgische Gefühle weckt, sondern Menschen zusammenbringt und Gespräche anstößt", so der Stadtteilmanager abschließend.

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