Hintergrund sind steigende Betriebs und Energiekosten, wachsender Sanierungsbedarf sowie eine zunehmend angespannte Finanzlage vieler Kommunen. Zahlreiche Hallenbäder stehen dadurch vor Einschränkungen oder Schließungen. Wie die Stadt bereits in einem im November veröffentlichten Beitrag eindringlich dargestellt hat, hat die Schließung von Schwimmbädern weitreichende gesellschaftliche Folgen. Sinkende Wasserzeiten, ausfallender Schwimmunterricht und fehlende Trainingsmöglichkeiten führen dazu, dass immer weniger Kinder sicher schwimmen lernen. Studien und Erhebungen von Wasserrettungsorganisationen zeigen, dass die Schwimmfähigkeit insbesondere bei Kindern und Jugendlichen seit Jahren rückläufig ist. Gleichzeitig steigt die Zahl tödlicher Badeunfälle, insbesondere bei jungen Menschen und Nichtschwimmern. Der drastische Zusammenhang ist eindeutig: Wenn Schwimmbäder schließen, steigt das Risiko von Badeunfällen.
Hallenbäder sind damit weit mehr als reine Freizeitangebote. Sie sind ein zentraler Bestandteil der öffentlichen Daseinsvorsorge. Sie sichern den schulischen Schwimmunterricht, ermöglichen Vereinsarbeit und Rehabilitationssport, fördern Gesundheitsprävention und leisten einen wichtigen Beitrag zur Unfallvermeidung. Gerade für Familien, ältere Menschen sowie Personen ohne Zugang zu privaten Schwimmangeboten sind kommunale Hallenbäder unverzichtbar.
Auch in Leinefelde-Worbis leistet das Leinebad einen wichtigen Beitrag für Bildung, Gesundheit und Lebensqualität. Die Stadt sieht sich daher in der Verantwortung, gemeinsam mit anderen Kommunen und Trägern ein deutliches Signal an die Landespolitik zu senden. Mit der Petition fordert die Initiative „Bäder in Not“ eine verlässliche und nachhaltige finanzielle Unterstützung durch das Land, um den dauerhaften Betrieb der Thüringer Hallenbäder sicherzustellen und weitere Schließungen zu verhindern.
Die Stadt Leinefelde-Worbis ruft Bürgerinnen und Bürger, Badegäste, Vereine, Schulen, Initiativen sowie Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Wirtschaft, Gesundheit und Sport dazu auf, die Petition zu unterstützen und ein klares Zeichen für den Erhalt der Thüringer Hallenbäder zu setzen.
Wichtige Hinweise zur Unterschriftenaktion
- Es dürfen ausschließlich die offiziellen Unterschriftenlisten des Thüringer Landtag verwendet werden.
- Alle Felder der Liste müssen vollständig ausgefüllt werden, unvollständige Angaben führen zur Ungültigkeit der Unterschrift.
- Auch Kinder sowie Personen mit Wohnsitz außerhalb Thüringens können die Petition unterstützen.
- Die Sammelfrist endet am 2. März 2026.
- Die ausgefüllten Listen sollen möglichst bis 1. März 2026 eingescannt als PDF per E Mail an info@natur-kur-thueringen.de übermittelt werden.
- Die originalen Papierlisten sind für einige Wochen aufzubewahren.
- Alternativ kann die Petition jederzeit online über die Petitionsplattform des Thüringer Landtages unterzeichnet werden.
Zusätzlich findet am Mittwoch, 25. Februar 2026, ein thüringenweiter Aktionstag mit überregionaler Öffentlichkeitsarbeit statt. Ziel ist es, an diesem Tag möglichst viele weitere Unterschriften zu sammeln und die Aufmerksamkeit auf die Situation der Thüringer Hallenbäder zu lenken. Die offizielle Unterschriftenliste des Thüringer Landtages ist Bestandteil der Aktion und enthält alle notwendigen Hinweise zur Teilnahme. Die Stadt Leinefelde-Worbis unterstützt die Initiative ausdrücklich und bittet um breite Beteiligung an der Petition.
Hier gehts es direkt zur Petition
Leinebad: Unverzichtbare Säule regionaler Daseinsvorsorge
Das Leinebad ist weit mehr als eine Freizeiteinrichtung. Es übernimmt Funktionen, die weit über die Stadtgrenzen hinausreichen – und die im Eichsfeld sowie in benachbarten Regionen alternativlos sind:
- Schulschwimmen: Rund 85 Prozent des Schulschwimmens im gesamten Landkreis Eichsfeld finden im Leinebad statt. Auch Schulen aus Nordhausen und Göttingen nutzen das Bad mangels Alternativen.
- Hohe Nachfrage: Mit jährlich 180.000 bis 185.000 Besuchern gehört das Leinebad zu den meistfrequentierten Hallenbädern im ländlichen Raum Thüringens.
- Gesundheit und Rettungswesen: Das Therapiebecken ist vollständig ausgelastet, Reha-Angebote und Kurse der Rheuma-Liga sind dauerhaft stark nachgefragt. Außerdem trainieren DRK, DLRG und Katastrophenschutz regelmäßig vor Ort.
- Sozialer Treffpunkt: Das Bad bietet Angebote für Familien, Vereine, Seniorinnen und Senioren sowie Menschen mit Behinderungen und ist ein zentraler Ort der Begegnung.
„Wenn das Leinebad geschwächt wird, betrifft das nicht nur Leinefelde-Worbis, sondern das gesamte Eichsfeld. Es geht um Bildung, Gesundheit, Sicherheit und Teilhabe“, betont Stadtbürgermeister Christian Zwingmann.
Stadt investiert seit Jahren – Belastungsgrenze erreicht
Die Stadt Leinefelde-Worbis hat in den vergangenen Jahren umfangreiche Modernisierungsmaßnahmen umgesetzt:
- energetische Sanierung mehrerer Fassaden
- Erneuerung des Rutschenturms
- Einsatz einer Photovoltaikanlage
- fortlaufende technische Modernisierung
- Modernisierung von Behindertendusche und Fahrstuhl (mit Landesmitteln)
Trotz dieser Anstrengungen sind die Kosten für Energie, Personal und Technik stark gestiegen. Die Stadt trägt jährlich hohe Betriebskostenzuschüsse (1,25 Mio.€ in 2026).
