Worbis. Eine Bärenhöhle mit Kasse, Shop, Aufzug und interaktivem Lehrraum – was ungewöhnlich klingt, nimmt am Alternativen Bärenpark Worbis immer konkretere Formen an. Mit dem Richtfest am Donnerstag, 5. November 2026, hat die Stadt Leinefelde-Worbis einen wichtigen Meilenstein beim Neubau des Eingangsgebäudes gefeiert. Rund 3,2 Millionen Euro werden in das Gesamtprojekt investiert, das neben einem modernen Empfangs- und Servicebereich auch die Aufwertung des angrenzenden Wohnmobilstellplatzes umfasst.

Gemeinsam mit Vertretern der Fördermittelgeber, Planern, Architekten, bauausführenden Unternehmen, Mitgliedern des Stadtrates und des Ortsteilrates sowie dem Bärenpark-Team würdigte Bürgermeister Christian Zwingmann den bisherigen Baufortschritt. Trotz unerwarteter Schwierigkeiten zu Beginn der Arbeiten ist das Projekt inzwischen deutlich vorangekommen.
„Wir bauen hier nicht einfach nur einen neuen Eingang. Wir schaffen ein modernes Tor zu einem der wichtigsten touristischen Aushängeschilder unserer Stadt und investieren damit ganz bewusst in die Zukunft des Bärenparks und unseres Tourismusstandortes Worbis“, betonte Zwingmann.
Architektur erinnert an eine Bärenhöhle
Das neue Eingangsgebäude soll künftig nicht nur funktional überzeugen, sondern auch architektonisch ein besonderer Blickfang sein. Seine gefalteten und teilweise geneigten Dach- und Wandflächen sind einer Bärenhöhle nachempfunden. Dabei greift die Materialwahl den natürlichen Lebensraum der Tiere auf: Während das Obergeschoss in Holzbauweise den Wald symbolisiert, erinnert das Untergeschoss aus Beton an eine schützende Höhle im Fels.

Im oberen Gebäudebereich entstehen ein großzügiger Empfangs- und Kassenbereich mit Eingangskontrolle sowie ein Shop. Eine zentrale Treppe und ein Aufzug verbinden diesen Bereich mit dem tiefer gelegenen Parkgelände. Dort sind unter anderem ein interaktiver Lehrraum, Ausstellungsflächen und technische Einrichtungen vorgesehen. Ergänzt wird das Angebot durch Informationen zu kulturellen und touristischen Angeboten der Region, Möglichkeiten für Schulungen und Filmvorführungen sowie einen kleinen Selbstbedienungsbereich.
Auch die Barrierefreiheit wurde bei der Planung berücksichtigt. Gleichzeitig erhält der angrenzende Wohnmobilstellplatz eine deutlich verbesserte Infrastruktur mit modernen Sanitäranlagen sowie den notwendigen Stromanschlüssen und Ver- und Entsorgungseinrichtungen.
Unerwarteter Fund verzögerte den Baubeginn

Bis zum Richtfest war allerdings bereits eine unerwartete Herausforderung zu bewältigen. Beim Aushub der Baugrube, der Anfang Januar 2026 begonnen hatte, stießen die Bauarbeiter auf eine alte Aschekippe. Der Fund machte zusätzliche Baugrunduntersuchungen, eine bodengutachterliche Begleitung sowie die fachgerechte Entsorgung des Materials erforderlich.
Erst nach der Freigabe der Baugrube konnten im April die eigentlichen Betonarbeiten am Untergeschoss beginnen. Im Mai folgte der Holzständerbau. Seit September laufen unter anderem die Dachdeckungsarbeiten sowie erste Arbeiten am technischen Ausbau und im Gebäudeinneren.
„Der Start war alles andere als einfach. Aber gerade solche Herausforderungen zeigen, wie wichtig eine gute Zusammenarbeit aller Beteiligten ist. Dass wir heute Richtfest feiern können, ist vor allem dem Engagement unserer Planer, Bauunternehmen, Handwerker und der Mitarbeiter unseres Bauamtes zu verdanken“, würdigte der Bürgermeister die bisher geleistete Arbeit.
Rund 1,9 Millionen Euro Fördermittel
Die Gesamtinvestition für das Bauprojekt beläuft sich nach derzeitiger Planung auf rund 3,2 Millionen Euro brutto. Davon werden rund 1,9 Millionen Euro durch Fördermittel aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und dem Thüringer Stadtentwicklungsfonds unterstützt.
Zwingmann dankte ausdrücklich den Fördermittelgebern sowie den Mitgliedern des Stadtrates und des Ortsteilrates, die das Vorhaben in den städtischen Gremien unterstützt und mitgetragen haben. Sein Dank galt ebenso der Geschäftsführung, der Leitung und dem gesamten Team des Bärenparks für die gute Zusammenarbeit.
Nach aktuellem Stand soll das neue Eingangsgebäude im zweiten Quartal 2027 fertiggestellt werden. Die Stadt rechnet weiterhin mit Gesamtkosten von rund 3,2 Millionen Euro, sofern keine weiteren unvorhersehbaren Entwicklungen eintreten. Mit dem traditionellen Richtspruch der Zimmerleute wurde das Richtfest abgerundet.
