Rufbus, Radbus und Deutschlandticket: So bleibt das Eichsfeld mobil

Bad Blankenburg/Leinefelde-Worbis. Wie lässt sich das Leben im ländlichen Raum auch künftig attraktiv gestalten? Welche Herausforderungen bringt der demografische Wandel mit sich und welche Rolle spielt dabei ein funktionierender öffentlicher Nahverkehr? Mit diesen Fragen beschäftigten sich rund 100 Teilnehmer beim diesjährigen Jahresseminar des Landesseniorenrates in Bad Blankenburg. Unter dem Motto „Gut leben im ländlichen Raum“ standen insbesondere die Daseinsvorsorge, Mobilität und praktische Lösungsansätze für lebenswerte ländliche Regionen im Mittelpunkt.

Der Landkreis Eichsfeld wurde durch Seniorenbeauftragten Günther Fiedler vertreten. Ebenfalls vor Ort war Michael Raabe, Geschäftsführer von EW Bus, der die Erfahrungen und Angebote des öffentlichen Personennahverkehrs im Eichsfeld vorstellte. An einem Informationsstand präsentierten die Eichsfeldwerke zudem ihr vielfältiges Mobilitätsangebot, das bei den Seminarteilnehmern auf großes Interesse stieß.

Rufbus als Antwort auf veränderte Mobilitätsbedürfnisse

Ein Höhepunkt der Veranstaltung war die Podiumsdiskussion zum Thema „Mobilität – Erfahrungen aus der Praxis“. Neben Michael Raabe beteiligten sich Sarah Höring von der Verkehrsgesellschaft im Ilm-Kreis sowie Pfarrer Jens Bechtloff aus Kindelbrück, der einen ehrenamtlichen Fahrdienst organisiert, an der Gesprächsrunde.

Raabe erläuterte zunächst, wie sich die Anforderungen an den öffentlichen Personennahverkehr in den vergangenen Jahren verändert haben. Sinkende Schülerzahlen, eine zunehmende Zahl privater Pkw und die längere Nutzung des eigenen Autos bis ins hohe Alter wirken sich unmittelbar auf die Nachfrage im Linienverkehr aus.

Eine Antwort auf diese Entwicklung ist das Rufbussystem, das auch im Landkreis Eichsfeld zum Einsatz kommt. In nachfrageschwachen Zeiten können Fahrgäste Busverbindungen bei Bedarf anfordern. So lässt sich Mobilität auch dort gewährleisten, wo ein regelmäßiger Linienverkehr nur wenig genutzt wird.

Wichtig sei dabei die enge Zusammenarbeit zwischen EW Bus und den zuständigen Aufgabenträgern. Verkehrsangebote müssten regelmäßig überprüft und an den tatsächlichen Bedarf angepasst werden. Gleichzeitig gelte es, die Wirtschaftlichkeit im Blick zu behalten.

Positiv bewertete Raabe auch das Deutschlandticket. Gerade für den Landkreis Eichsfeld mit seinen wichtigen Verkehrsverbindungen in Richtung Göttingen und Kassel biete es Vorteile für die Fahrgäste.

Eichsfelder Angebote stoßen auf großes Interesse

Besonders die Erfahrungen mit dem Rufbussystem sowie die zusätzlichen Angebote wie Wander- und Radbusse stießen bei den Seminarteilnehmern auf großes Interesse. Sie zeigten, wie sich der öffentliche Nahverkehr auch in ländlich geprägten Regionen bedarfsgerecht gestalten lässt.

"Deutlich wurde zugleich, dass attraktive Mobilitätsangebote dauerhaft finanzierbar bleiben müssen. Das Jahresseminar bot Gelegenheit, unterschiedliche Konzepte kennenzulernen, Erfahrungen auszutauschen und Anregungen für die Weiterentwicklung des Nahverkehrs mitzunehmen. Die im Eichsfeld vorgestellten Lösungen fanden bei den Teilnehmern eine positive Resonanz", so Günther Fiedler abschließend.