Landesgartenschau verabschiedet sich mit emotionalem Finale

Leinefelde-Worbis. 172 Tage voller Blumen, Begegnungen und besonderer Erlebnisse: Mit einer emotionalen Abschlussveranstaltung hat sich die Landesgartenschau Leinefelde-Worbis am Sonntag, 11. Oktober 2026, von ihren Gästen verabschiedet. Rund 300.000 Besucherinnen und Besucher haben das Großereignis seit seiner Eröffnung am 23. April erlebt. Die Marke von 300.000 Gästen wurde am letzten Veranstaltungswochenende erreicht. Rund 2.000 Veranstaltungen, eindrucksvolle Gartenlandschaften und unzählige Begegnungen machten die Landesgartenschau zu einem besonderen Kapitel in der Geschichte der Stadt. Zurück bleiben nicht nur viele schöne Erinnerungen, sondern auch dauerhafte Veränderungen, die Leinefelde-Worbis weit über das Gartenschaujahr hinaus prägen werden.

Bei der offiziellen Abschlussveranstaltung auf der Festwiese lagen am Sonntagnachmittag Freude, Dankbarkeit und Wehmut dicht beieinander. Anders als bei der Eröffnung spielte diesmal das Wetter nicht ganz mit: Pünktlich zum Beginn um 14 Uhr setzte Regen ein. Das LGS-Team war bestens vorbereitet und verteilte kurzerhand kostenlose Regenponchos an die Gäste. Zwischendurch ließ sich auch immer wieder die Sonne blicken. Der wechselhafte Himmel tat der bewegenden Atmosphäre jedoch keinen Abbruch.

Unter den Gästen des Festakts waren zahlreiche Mitglieder des Stadtrates und der Ortsteilräte sowie weitere Vertreter des politischen und gesellschaftlichen Lebens der Stadt Leinefelde-Worbis. Auch Thüringens Minister für Digitales und Infrastruktur, Steffen Schütz, die Landtagsabgeordnete Christina Tasch sowie Leinefelde-Worbis' Alt- und Ehrenbürgermeister Gerd Reinhardt nahmen an der Abschlussveranstaltung teil. Ein besonderer Gast war der 96-jährige Monsignore Bertram Vogt. Der Ehrenbürger der Stadt und frühere Pfarrer von St. Maria Magdalena in Leinefelde hatte bereits die feierliche Eröffnung im April miterlebt und ließ es sich nicht nehmen, auch beim offiziellen Abschluss der Landesgartenschau dabei zu sein.

Bewegende Worte zum Abschied

Besonders emotional wurde es bei den Redebeiträgen. Stadtbürgermeister und LGS-Aufsichtsratsvorsitzender Christian Zwingmann blickte auf die jahrelangen Vorbereitungen, die Herausforderungen während der Durchführung und den gemeinsamen Erfolg zurück. Dabei rang er zeitweise sichtlich um Fassung. Sein großer Dank galt dem gesamten LGS-Team, den Ehrenamtlichen, den Beschäftigten der Stadtverwaltung und des Bauhofes, allen Partnern und Mitwirkenden sowie insbesondere den Menschen aus Leinefelde und der gesamten Stadt. Sie hätten das Großprojekt über Jahre hinweg mitgetragen, Baustellen und Einschränkungen in Kauf genommen und die Landesgartenschau schließlich zu ihrer eigenen gemacht. Sehr persönlich wurde es, als Zwingmann auch seiner Familie für den Rückhalt während dieser intensiven Zeit dankte.

„Denn am Ende ging es nie nur um Blumenbeete. Es ging darum, unsere Stadt nachhaltig zum Positiven zu verändern“, betonte der Bürgermeister. Dieses Ziel sei erreicht worden.

Auch LGS-Geschäftsführer Stefan Nolte war die Rührung deutlich anzumerken. 

„Die Durchführung der Landesgartenschau war für mich ein Marathonlauf, der gefühlt in Sprintgeschwindigkeit absolviert wurde“, sagte er. Der Abschied falle ihm mit einem lachenden und einem weinenden Auge schwer. Neben der Freude über eine gelungene Gartenschau bleibe vor allem die Erinnerung an eine außergewöhnliche Zeit und die Menschen, mit denen er sie gemeinsam gestalten durfte.

Staatssekretär Marcus Malsch würdigte die Landesgartenschau als bedeutenden Impuls für die Entwicklung der Stadt. 

„Wenn die Tore schließen, bleibt ein erheblicher Teil dessen erhalten, was dafür geschaffen wurde“, hob er hervor. Besonders dankte er den zahlreichen Ehrenamtlichen, die der Gartenschau „auch ein freundliches Gesicht gegeben“ hätten.

Ein Gartenschau-Sommer mit vielen Höhepunkten

Was mit einem kühlen und regnerischen Frühjahr zunächst etwas verhalten begann, entwickelte sich im Laufe der Monate zu einem Besuchermagneten. Weder sommerliche Hitzewellen noch heftige Gewitter und Starkregen konnten den Erfolg der Landesgartenschau aufhalten. Mehr als eine Million Blumen und Blumenzwiebeln, liebevoll gestaltete Themengärten, die Gartenstadt, der Augarten, die Ohne-Aue und Tüffers Garten begeisterten die Gäste.

Eröffnung Landesgartenschau 2026

Zu den besonderen Anziehungspunkten gehörte der außergewöhnliche Blumenblock mit seinen zwölf wechselnden Floristikausstellungen. Hinzu kamen zahlreiche kulturelle Höhepunkte, Konzerte, Familienangebote und das Grüne Klassenzimmer. Noch am Samstagabend feierten zahlreiche Gäste bei der zusätzlichen Dankeschön-Veranstaltung mit der Band MashUp ausgelassen den Endspurt der Gartenschau.

Einen weiteren Höhepunkt des Finales bildete die Auszeichnung der beliebtesten Themengärten. Beim Besuchervoting setzte sich „Willkommen auf dem Stadtacker“ von Jonas Leibeling aus Worbis mit 45 Prozent der Stimmen knapp vor „Grünes Herz – Der Garten Thüringens“ mit 41 Prozent durch. Platz drei belegte „Mit allen Sinnen genießen“ mit vier Prozent.

Ein großes Dankeschön und ein symbolischer Staffelstab

Mit der Übergabe der „Mutter Natur“ wurde zugleich symbolisch der Staffelstab für die nächste Thüringer Landesgartenschau weitergereicht. Stadtbürgermeister Christian Zwingmann übergab sie im Beisein von Staatssekretär Marcus Malsch an Jan Wißgott, hauptamtlicher Bürgermeister der Stadt Triptis im Saale-Orla-Kreis. Die Region wird 2030 die nächste Thüringer Landesgartenschau ausrichten. Auch die kommenden Gartenschauen in Oberhessen 2027 und Altenburg 2032 präsentierten sich zum Abschlusswochenende in Leinefelde-Worbis.

Für einen besonders bewegenden Moment sorgte das Ende des offiziellen Festakts. Daniela Preiß vom LGS-Team, die das abwechslungsreiche Programm mit spürbarer Emotionalität moderiert hatte, bat alle Ehrenamtlichen zu einem gemeinsamen Erinnerungsfoto auf und vor die Bühne. Unter großem Applaus wurde ihnen noch einmal für ihren unermüdlichen Einsatz gedankt. 

Die Ehrenamtlerinnen Sonja Papst und Jutta Barthel beim emotionalen Finale auf der LGS-Bühne.

Rund 150 ehrenamtliche Helferinnen und Helfer hatten während der Landesgartenschau insgesamt etwa 16.000 Stunden geleistet – umgerechnet rund 2.000 volle Arbeitstage. Ihr Engagement wurde zu einem der prägenden Merkmale dieser Gartenschau.






Die Tore schließen – die Veränderungen bleiben

Mit dem Ende der Landesgartenschau schließt sich ein besonderes Kapitel für Leinefelde-Worbis. Doch die Investitionen in Höhe von rund 50 Millionen Euro, davon 20 Millionen Euro Eigenanteil der Stadt, waren weit mehr als Vorbereitungen für eine sechsmonatige Ausstellung. Neue Grün- und Erholungsräume, aufgewertete Wege, Spiel- und Sportanlagen, die neugestaltete Ohne-Aue und der wieder zugängliche Tüffers Garten werden der Bevölkerung dauerhaft zugutekommen. Auf dem ehemaligen Garagengelände der Gartenstadt soll künftig ein neues Wohnquartier entstehen.

Damit bleibt von der Landesgartenschau weit mehr als ein Sommer voller Blüten und Veranstaltungen. Sie hat das Gesicht der Stadt verändert, Menschen zusammengebracht und gezeigt, was durch gemeinschaftliches Engagement möglich ist.

Als sich am Sonntagabend nach 172 Ausstellungstagen die Tore schlossen, endete eine außergewöhnliche Zeit. Die Erinnerungen werden bleiben – ebenso wie viele der Orte, die durch die Landesgartenschau neu entstanden sind.

Und vielleicht ist das ihr schönstes Vermächtnis: Aus einer Gartenschau für 172 Tage ist ein Stück Zukunft für Leinefelde-Worbis geworden.