Tausende Gäste erleben feierliche Eröffnung der Landesgartenschau

Es war ein Tag, auf den Leinefelde-Worbis lange hingearbeitet hatte: voller Musik, Begegnungen, Applaus und sichtbarer Erleichterung. Am Samstag ist die Landesgartenschau Leinefelde-Worbis im Beisein zahlreicher Gäste aus Politik, Wirtschaft, Gesellschaft und Region feierlich eröffnet worden.

Mehrere Tausend Besucherinnen und Besucher nutzten den Tag, um das Gelände zu erleben, die Ausstellungen zu entdecken und die besondere Atmosphäre dieses besonderen Moments aufzunehmen. Schon auf den Parkplätzen wurde deutlich, wie weit die Landesgartenschau ausstrahlt. Kennzeichen aus Hamburg, München, Jena, Frankfurt und vielen weiteren Regionen zeigten: Leinefelde-Worbis steht in diesen Monaten weit über das Eichsfeld hinaus im Blickpunkt.

Bis zum 11. Oktober verwandelt sich die Stadt unter dem Motto „Aussöhnung zwischen Stadt und Landschaft“ in eine große Bühne für Gartenkunst, Naturerlebnis, Kultur, Bildung und Begegnung. Dass diese Schau mehr ist als ein großes Veranstaltungsformat, wurde bei der Eröffnungsfeier auf der großen Veranstaltungsbühne immer wieder spürbar.

Große Bühne für einen besonderen Moment

Durch das Programm führte Fernsehmoderator Peter Escher. Den musikalischen Auftakt gestaltete das Thüringer Polizeiorchester, das die Feier würdevoll und festlich eröffnete. Auf der Bühne richteten Thüringens Ministerpräsident Mario Voigt, Schirmherr der Landesgartenschau, Stadtbürgermeister Christian Zwingmann, Landrätin Marion Frant, Karsten Hain, Vorstand der Landesarbeitsgemeinschaft Gartenbau und Landespflege Hessen und Thüringen e. V., sowie Monsignore Bertram Vogt persönliche Worte an die Gäste.

Unter den Ehrengästen waren unter anderem Landtagspräsident Dr. Thadäus König, Bildungsminister Christian Tischner, Digitalminister Steffen Schütz, Wirtschaftsministerin Colette Boos-John, Bundestagsabgeordneter David Gregosz und Landtagsabgeordnete Christina Tasch.

Zu den eindrucksvollen Momenten des Programms gehörte die Artistik-Präsentation von Anne Scholze am Vertikalseil direkt auf der Bühne. Landrätin Marion Frant würdigte die Leistung der Stadt, der Organisatoren und aller Beteiligten mit lobenden Worten.

Ein besonders bewegender Augenblick war die Ansprache von Monsignore Bertram Vogt. Der 95-jährige Ehrenbürger der Stadt und frühere Pfarrer von St. Maria Magdalena in Leinefelde ließ es sich nicht nehmen, persönlich zur Eröffnung auf die Bühne zu kommen. Seine Worte und die Segnung verliehen der Feier eine stille, sehr persönliche Tiefe.

Auch Barrierefreiheit und Teilhabe waren sichtbar Teil der Veranstaltung. Die Redebeiträge wurden durch eine Gebärdendolmetscherin begleitet.

„Der große Tag ist da“

Stadtbürgermeister Christian Zwingmann erinnerte in seiner Rede daran, wie lang der Weg bis zu diesem Tag war. Was 2016 als Idee begann und damals von manchem noch mit Skepsis betrachtet wurde, ist heute Wirklichkeit. Er schlug den Bogen vom erfolgreichen Leinefelder Stadtumbau über die Bewerbung zur Landesgartenschau bis hin zu den vielen Herausforderungen der vergangenen Jahre.

Corona, archäologische Untersuchungen, steigende Baupreise, veränderte Zeitpläne und manche schwierige Entscheidung hätten das Projekt geprägt. Dennoch sei die Stadt unbeirrt ihren Weg gegangen. „Der große Tag ist da“, sagte Zwingmann zu Beginn seiner Rede. Nach fast zehn Jahren Vorbereitung stehe Leinefelde-Worbis nun an einem Punkt, an dem sichtbar werde, warum sich dieses Durchhalten gelohnt habe.

Besonders eindringlich dankte der Bürgermeister den Menschen in der Stadt. Sie hätten Baustellen, Umleitungen, Einschränkungen und Belastungen getragen. Auch an anderer Stelle habe manches warten müssen, damit dieses Großprojekt umgesetzt werden konnte. Das sei nicht selbstverständlich.

Zwingmann machte zugleich deutlich, dass die Landesgartenschau nie nur als sechsmonatiges Ereignis gedacht war. „Nicht für sechs Monate Blümchenschau“, brachte er es auf den Punkt. Entscheidend sei, was bleibe. Dazu zählen die aufgewertete Grüne Achse vom Bahnhof bis zur Gartenschau, der neu belebte Lunapark mit Tüffers Garten, die Gartenstadt, neue Wege, Plätze, Spiel- und Sportflächen, die freigelegte Wüstung Kirrode sowie die renaturierte Ohne, die wieder Raum bekommen hat.

„Das sind keine kurzfristigen Effekte. Das ist Stadtentwicklung“, so die zentrale Botschaft des Bürgermeisters. Die Landesgartenschau stehe damit für einen nachhaltigen Mehrwert für Gäste, für die Region und vor allem für die Menschen in Leinefelde-Worbis.

Stefan Nolte blickt emotional auf die gemeinsame Leistung

Auch LGS-Geschäftsführer Stefan Nolte zeigte in seiner Rede, wie viel Arbeit, Verantwortung und Herzblut in diesem Projekt stecken. Er erinnerte daran, dass aus einer Idee vor mehr als zehn Jahren und anfänglicher Neugier nach und nach großer Respekt vor der Aufgabe entstand. Landesgartenschauen, so wurde in seinen Worten spürbar, sind nicht nur blühende Ausstellungen, sondern starke Impulse für Stadt und Region. Für Leinefelde-Worbis sei die Schau ein Entwicklungsmotor und zugleich ein Aushängeschild für das Eichsfeld und für Thüringen mit Strahlkraft weit über die Landesgrenzen hinaus.

Zugleich dankte Nolte den vielen Menschen, Firmen, Planern, Behörden, Sponsoren, Fördermittelgebern, Helferinnen und Helfern, ohne die dieses Ergebnis nicht möglich gewesen wäre. Hinter dem Projekt standen intensive Jahre, große Verantwortung und manche schlaflose Nacht. Umso größer war an diesem Tag die Freude, den Gästen nun mit Stolz zeigen zu können, was entstanden ist: neue Wegeachsen, Spiel- und Sportanlagen, die renaturierte Ohne, die Grüne Achse, der Lunapark mit Tüffers Garten, das Grüne Klassenzimmer, die Wüstung Kirrode und als besonderes Alleinstellungsmerkmal der Blumenblock.

Seine Rede machte deutlich: Diese Landesgartenschau ist ein Gemeinschaftswerk. Für das LGS-Team, die Stadtverwaltung, den Bauhof, Planer, Firmen, Partner, Vereine, Verbände und zahlreiche Unterstützer war die Eröffnung deshalb auch ein Moment des Innehaltens. Vielen war anzusehen, wie sich die Anspannung der vergangenen Wochen und Monate löste. Aus Konzentration wurde Erleichterung, aus Erleichterung wurde Freude.

Kinder, Musik und ein Maskottchen für die Herzen

Zu den emotionalsten Programmpunkten gehörte an diesem Tag der Auftritt von Kinderliedermacher Mathi gemeinsam mit dem inklusiven Kinder- und Jugendorchester Creshendo. Der Landesgartenschau-Song sorgte für eine warme, begeisterte Stimmung auf und vor der Bühne. Der lang anhaltende Applaus zeigte, wie sehr dieser Moment die Gäste berührte.

Anschließend verteilten Stadtbürgermeister Christian Zwingmann, Stefan Nolte sowie Ministerpräsident und Schirmherr Mario Voigt Plüschfiguren des LGS-Maskottchens „Bio, der Topf“ an die Musikerinnen und Musiker.

Zum symbolischen Abschluss des offiziellen Teils bepflanzten Ministerpräsident Mario Voigt und Landrätin Marion Frant auf der Bühne ein Hochbeet. Stadtbürgermeister Christian Zwingmann und LGS-Geschäftsführer Stefan Nolte gossen die Pflanzen anschließend an. Das Bild passte zum Tag: Viele Hände haben etwas wachsen lassen, das nun für alle sichtbar blüht.

Blumenblock wird zum Besuchermagneten

Nach dem offiziellen Teil nutzten der Ministerpräsident und die Ehrengäste die Gelegenheit zu einem Rundgang über das weitläufige Gelände. An zahlreichen Stationen machten sie Halt, kamen mit Beteiligten ins Gespräch und nahmen die Angebote der Landesgartenschau in Augenschein.

Besonders stark besucht war auch an diesem Tag der Blumenblock. Der ehemalige DDR-Plattenbau der Leinefelder Wohnungsbaugenossenschaft eG (LWG) gehört schon jetzt zu den außergewöhnlichsten Anziehungspunkten der Landesgartenschau. Floristik, Kunst, Stadtgeschichte und besondere Ausstellungsideen treffen dort auf mehreren Etagen aufeinander. Die Kombination aus Beton, Geschichte und Blütenpracht sorgt für ein Erlebnis, das viele Gäste beeindruckte.

Auch Heidi und Bernd Kleine, die als Motorradweltreisende von ihren Abenteuern berichteten, zogen zahlreiche Interessierte an. Überall auf dem Gelände entstanden Gespräche, wurden Eindrücke geteilt, Fotos gemacht und erste Lieblingsorte entdeckt.

Ein Tag mit großer Strahlkraft

Die feierliche Eröffnung zeigte eindrucksvoll, dass die Landesgartenschau Leinefelde-Worbis bereits in den ersten Tagen viele Menschen bewegt. Sie ist Gartenschau, Kulturereignis, Stadtentwicklungsprojekt und Treffpunkt zugleich. Sie verbindet Vergangenheit und Zukunft, Natur und Stadt, regionale Identität und überregionale Aufmerksamkeit.

Am Abend setzte Sängerin Christin Stark mit ihrem Auftritt einen weiteren Höhepunkt. Die Stimmung auf dem Gelände blieb bis in die Abendstunden hinein gelöst, fröhlich und begeistert.

Für Leinefelde-Worbis war dieser Samstag mehr als ein offizieller Festakt. Es war der Moment, in dem aus jahrelanger Arbeit ein gemeinsames Erlebnis wurde. Ein Tag, an dem sichtbar wurde, was entstehen kann, wenn viele Menschen an ein Ziel glauben und konsequent daran festhalten. Die Landesgartenschau Leinefelde-Worbis ist eröffnet. Und schon jetzt ist spürbar: Dieser Tag wird bleiben.


Impressionen

(Hinweis: Diese Fotostrecke kann nicht über die Stadt-App angeschaut werden. Besuchen Sie dazu bitte unsere Homepage www.leinefelde-worbis.de)