Neun ganz unterschiedliche Themengärten laden auf der Landesgartenschau Leinefelde-Worbis zum Entdecken, Verweilen und Staunen ein. Jeder von ihnen erzählt mit Pflanzen, Farben, Formen und Materialien eine eigene Geschichte. Beim aktuellen Besuchervoting können die Gäste ihren persönlichen Lieblingsgarten wählen. Die Abstimmung läuft auf der LGS-Homepage unter: https://www.lgs-leinefelde-worbis.de/landesgartenschau/voting-lieblingsgarten/
In einer kleinen Serie stellt die Landesgartenschau die Ideen hinter den einzelnen Anlagen wie angekündigt nun ausführlicher vor. Dieses Mal geht es um zwei Gärten, die auf ganz unterschiedliche Weise besondere Stimmungen erzeugen: „Von der Terrasse ins Meer“ und den „Lehmgarten im Blütenkleid“.
Ein Meer direkt vor der Haustür

Der Themengarten „Von der Terrasse ins Meer“ greift eine Sehnsucht auf, die viele Menschen kennen: den Blick von der eigenen Terrasse hinaus auf Wasser, Weite und sanft bewegte Wellen. Weil echtes Meer im Eichsfeld bekanntlich selten ist, wird es in diesem Hausgarten mit Pflanzen und Holz symbolisch nachgebildet.
Den Mittelpunkt bildet ein sanft wogendes „Grasmeer“ aus Zartem Federgras, botanisch Nassella tenuissima. Bereits bei leichtem Wind geraten die feinen Halme in Bewegung und erinnern an Wellen auf dem Wasser. Von der Terrasse schweift der Blick über diese bewegte Fläche, während Holzstege durch bepflanzte Inseln führen und den Garten mit den Hauptwegen der Landesgartenschau verbinden.
Ein besonderes Augenmerk liegt auf dem Pflanzkonzept der Inseln. Von April bis Oktober sorgen Blüten und Blattschmuck in Weiß, Rosa, Violett, Silber und zartem Gelb für wechselnde Gartenbilder. Bereits im Frühjahr setzen verschiedene Zierlaucharten und Tulpen kräftige Akzente. Dazu gehören Sorten mit klangvollen Namen wie „Globemaster“, „Purple Sensation“, „White Triumphator“ und „Purple Dream“.
Im weiteren Jahresverlauf übernehmen unter anderem die weiße Schwertlilie „Cliffs of Dover“, das Schleierkraut „Schneeflocke“ und das rosa blühende Spanische Gänseblümchen „Blütenmeer“. Der Storchschnabel „Rozanne“ zeigt von Juni bis in den Herbst violettblaue Blüten mit weißem Auge. Silberraute „Silver Queen“ und Woll-Ziest „Silver Carpet“ ergänzen die Pflanzung mit silbrig schimmerndem beziehungsweise grau-silbrigem Laub. Zartgelbe Farbakzente setzt das Mädchenauge „Moonbeam“.
Auch ausgewählte Gehölze unterstreichen die leichte, maritime Wirkung. Rosablühende Frühlingstamarisken, Ölweiden mit silbrigem Laub und duftenden Blüten sowie weißrindige Himalajabirken prägen das Bild. Die locker aufgebaute, transparent wirkende Krone der Himalajabirke mit ihren waagerechten bis überhängenden Zweigen verstärkt dabei den Eindruck von Bewegung und Weite.
Entworfen wurde „Von der Terrasse ins Meer“ von den Landschaftsarchitektur-Studentinnen Emely Fuchs, Ezgi Er Albrecht und Vivienne Eckert von der Fachhochschule Erfurt. Betreut wurde die Planung von Professor Jonas Reif.
Blütenvielfalt zwischen warmen Lehmbändern

Eine völlig andere Atmosphäre erwartet die Gäste im „Lehmgarten im Blütenkleid“. Hier steht nicht die Weite, sondern das bewusste Erleben von Pflanzung, Duft, Farbe und Struktur im Mittelpunkt. Sanft geschwungene Lehmbänder gliedern die Gartenfläche und bilden mit ihren natürlichen Braun- und Erdtönen einen warmen Kontrast zum Grün und zu den Blüten der Pflanzen.
Lehm ist dabei weit mehr als ein gestalterisches Element. Als natürlicher und nachhaltiger Baustoff verleiht er dem Garten seine unverwechselbare Erscheinung. Die Bänder unterteilen die Fläche zugleich in unterschiedliche Lebens- und Standortbereiche. So entstehen Zonen für schattige und halbschattige Lagen ebenso wie sonnige, trockene oder bodendeckend bepflanzte Bereiche.
Die Stauden zeigen anschaulich, welche Pflanzen sich für die jeweiligen Bedingungen eignen. In den schattigeren Bereichen wachsen unter anderem verschiedene Funkien, Wald-Phlox und Frühlings-Gedenkemein. Sonnige und trockene Flächen werden beispielsweise von bodendeckenden Thymiansorten, Steppensalbei und blauem Ysop geprägt. Frauenmantel, Storchschnabel und Wiesenknopf bereichern die sonnigen bis halbschattigen Partien.
Zwischen den Stauden setzen ausgewählte Solitärgehölze markante Akzente. Eine Flatterulme, ein Roter Perückenstrauch, ein Gold-Trompetenbaum und eine Weißrindige Himalaja-Birke fallen durch ihre besondere Wuchsform, ihre Blattfarben oder ihre Rindenstruktur auf. Sie geben dem Garten Höhe, Spannung und einen auch aus größerer Entfernung wahrnehmbaren Rahmen.
Beim Rundgang verändert sich die Wirkung des Gartens immer wieder. Blüten, Blattformen und Gehölze treffen auf die warmen Lehmtöne, während Licht und Schatten über die Flächen wandern. So entsteht ein ruhiger, lebendiger Raum, der nicht nur betrachtet, sondern mit mehreren Sinnen erlebt werden kann.
Die Entwurfsplanung stammt von den Landschaftsarchitektur-Studentinnen Marie Wiesner, Edda Schweiger und Franziska Groß von der Fachhochschule Erfurt. Auch dieses Projekt wurde von Professor Jonas Reif betreut.
Anschauen, vergleichen und abstimmen
Ob maritimes Urlaubsgefühl oder erdverbundene Blütenvielfalt: Beide Themengärten zeigen, wie sich mit einer durchdachten Auswahl von Pflanzen und Materialien vollkommen unterschiedliche Gartenräume schaffen lassen.
Die Besucherinnen und Besucher können beide Anlagen auf dem Gelände der Landesgartenschau erkunden und anschließend online für ihren persönlichen Favoriten abstimmen. Insgesamt stehen neun Themengärten zur Wahl. Das Voting soll dazu anregen, die Anlagen noch einmal besonders aufmerksam zu betrachten und ihre gestalterischen Ideen bewusst miteinander zu vergleichen.
Direkt zur Abstimmung:
https://www.lgs-leinefelde-worbis.de/landesgartenschau/voting-lieblingsgarten/
