Die „Global Biking Initiative“ (GBI) wurde am 2. Januar 2008 in der Kantine der Vodafone-Verwaltung in Düsseldorf ins Leben gerufen. Die Kollegen überlegten, wie sie Weihnachtsspeck loswerden könnten und beschlossen, sich ihn gemeinsam abzutrainieren. Die erste Radtour startete Ende Mai 2008 mit 63 Fahrern in Düsseldorf. In sechs Tagen ging es gemeinsam bis nach Newbury in Großbritannien – zum globalen Vodafone Headquarter. Mehr als 20 Firmen unterstützen die Idee der Mitarbeiter, es kamen rund 23000 Euro an Spenden zusammen.
Inzwischen ist die GBI ein Event geworden, das jedermann buchen kann - und das damit Menschen aus aller Welt in ihrer Leidenschaft fürs Radfahren zusammenbringt. Wesam Mahjoub kommt aus Ägypten und ist zum zweiten Mal dabei. Sie rollte am Dienstagnachmittag gemeinsam mit Ahmed Leithy durch das große Zieltor, das zwischen Zentralem Platz und der Obereichsfeldhalle aufgebaut war. Dieses Jahr sei das kühle Wetter eine Herausforderung, und die Strecke von Apolda nach Leinefelde sei doch ganz schön bergig gewesen, stellte sie fest.
Während die 250 Radfahrer aus insgesamt 20 Ländern in 40 Einzelteams die rund 100 Kilometer bewältigt haben – so lang etwa sind die Tagesetappen – haben sich zahlreiche ehrenamtliche Helfer am Etappenzielort um die Logistik gekümmert. Die Radfahrer wollen am Ende des Tages essen, trinken, duschen und natürlich schlafen. Für all das wurde am Dienstag die Leinefelder Obereichsfeldhalle hergerichtet. Manche Tourteilnehmer schliefen auf Luftmatratzen in Schlafsäcken gleich hier, für andere wurde der Transfer in umliegende Hotels vorbereitet. Das Wetter hat am Dienstag einfach gepasst, sodass die Teilnehmer ihr Abendbrot und den Ausklang des Tages im Freien vor der Kulisse der Grünen Achse genießen konnten.
Drei bis vier Stunden dauert jeden Tag der Aufbau am Etappenziel, erzählt Cheforganisator Michael Leuenberger, zwei Stunden braucht man am nächsten Morgen für den Abbau. Die vielen ehrenamtlichen Helfer sind eine eingeschworene Truppe, die nun ihre 19. Tour meistern. Vor zwei Jahren führte die Strecke von Mailand nach Zürich, voriges Jahr von Venedig nach Salzburg, dieses Jahr geht’s von Prag aus mal wieder nach Düsseldorf.
Die Entscheidung, dieses Jahr durch Thüringen zu fahren, sei absolut richtig gewesen, befand Leuenberger. Strecke und Landschaft seien toll, und in Leinefelde fühle man sich herzlich willkommen – auch deshalb, weil die Radfahrer mit der Landesgartenschau ein echtes Highlight geboten bekommen. Wer es nach der kräftezehrenden Etappe aber nicht mehr aufs Hauptgelände schaffte, der erfreute sich an der Blütenpracht gleich neben der Stadthalle.
