Warum die Coca-Cola bei LGS-Gastronom Günter Dold stehen bleibt

Leinefelde. Wenn um die Mittagszeit vor den Gastrohütten auf dem Gärtnermarkt die Schlange etwas länger wird, ist Günter Dold meist mittendrin. Ein lockerer Spruch hier, ein freundliches Wort dort und nebenbei geht Teller um Teller über den Tresen. Der 61-Jährige aus Gelsenkirchen ist eine Frohnatur, wie sie im Buche steht. Gemeinsam mit seinem Sohn André und vier bis sechs weiteren Mitarbeitern sorgt er bei DCS Gastronomie täglich dafür, dass auf dem Gärtnermarkt der Landesgartenschau niemand lange hungrig bleiben muss.

Vater und Sohn verbindet dabei mehr als die Arbeit. Beide haben Freude am Umgang mit Menschen und daran, ihre Gäste zu bewirten. André Dold ist mit 23 Jahren längst selbst fest im Gastronomiegeschäft angekommen und hat viel von seinem Vater gelernt. Bereits im Frühjahr gehörten beide mit ihrem Team zu den festen Gesichtern des Gärtnermarktes.

Von Thüringer Bratwurst bis Schupfnudeln

Die Speisekarte ist entsprechend umfangreich. Thüringer Bratwurst und Rostbrätel gehören ebenso dazu wie Currywurst, Schnitzelgerichte, Schupfnudeln, Champignons, Pommes und weitere herzhafte Gerichte. Auch Crêpes in süßen und herzhaften Varianten werden angeboten. Die Auswahl reicht damit vom schnellen Imbiss zwischendurch bis zum kompletten Mittagessen.

Die Hauptzeit beginnt für das Team erwartungsgemäß mittags. Doch wenn das Wetter mitspielt, bleiben die Tische auch danach gut besetzt. Zahlreiche schattige Sitzplätze vor den Gastrohütten machen den Bereich zu einem beliebten Ort für eine längere Pause. Und weil der Gärtnermarkt direkt vor dem Blumenblock außerhalb des eintrittspflichtigen Landesgartenschau-Geländes liegt, kann man hier auch ganz unabhängig von einem Gartenschau-Besuch einkehren. Geöffnet ist der Markt täglich von 10 bis 18 Uhr.

Wenn die Cola aus Worbis die große Marke schlägt

Besonders wichtig ist Günter Dold die Regionalität. Und dabei hat er während der Landesgartenschau eine Beobachtung gemacht, die ihn selbst ein wenig amüsiert. Nach seiner Einschätzung entscheiden sich rund 99 Prozent seiner Gäste bei Speisen und Getränken für die regionalen Angebote.

Ein paar Flaschen Coca-Cola hatte er vorsichtshalber ebenfalls eingekauft. Viel Bewegung sei dort allerdings nicht hineingekommen. Gefragt seien stattdessen die alkoholfreien Getränke der Worbiser Brauerei Neunspringe. Neben Cola greifen die Gäste zu regionalen Spezialitäten wie Mandora, Jim Him, Waldi & Baldi oder der inzwischen vielfach nachgefragten Gurkinade.

Auch beim Bier bleibt die Auswahl stark in Thüringen verwurzelt. Vom Fass gibt es Neunspringer und Apoldaer Bier, Apoldaer Weizen sowie Radler von Neunspringe. Bereits zu Beginn der Gartenschau spielte die Verwendung regionaler Getränke bei DCS Gastronomie eine wichtige Rolle.

Für Dold passt das zu seinen Erfahrungen mit den Menschen im Eichsfeld. Er lobt die Gäste der Landesgartenschau ausdrücklich. Freundlich, unkompliziert und offen seien die Begegnungen, die er hier jeden Tag erlebe. Der Gelsenkirchener freut sich deshalb nach wie vor auf jeden Arbeitstag. Umso mehr bedauert er, dass die Landesgartenschau und damit auch die gemeinsame Zeit auf dem Gärtnermarkt bereits in ihre letzte Phase gehen.

Ein paar Meter weiter wartet Lucy mit dem Eis

Lucy hat an ihrem Eisstand auf dem Gärtnermarkt alle Hände voll zu tun.

Dass Gastronomie bei den Dolds Familiensache ist, zeigt sich schon auf der anderen Seite der Gastromeile. Dort steht Günters Frau Lucy in ihrem großen Eis-Pavillon. Die 55-Jährige, gebürtige Brasilianerin, steht ihrem Mann in Sachen Lebensfreude kaum nach. Mit einem Lächeln empfängt sie ihre Gäste, füllt Waffeln und Becher und kombiniert die verschiedenen Eissorten mit unterschiedlichen Toppings.

Lucy hat dabei ihre ganz eigene Art, mit den Menschen ins Gespräch zu kommen. Offen, herzlich und aufmerksam beobachtet sie, was ihre Gäste mögen könnten. Manchmal scheint sie den Wunsch schon zu kennen, bevor er ausgesprochen ist. Besonders an warmen Tagen herrscht vor ihrer Eistheke entsprechend reger Betrieb.

So entsteht auf wenigen Metern fast ein kleiner Familienkosmos: hier Günter und André mit herzhaften Gerichten und regionalen Getränken, gegenüber Lucy mit Eis und süßen Erfrischungen.

Jetzt zählt jeder schöne Spätsommertag

Außerhalb der Landesgartenschau ist DCS Gastronomie unter anderem auf Messen und Veranstaltungen in Erfurt und Leipzig im Einsatz. Auch auf der Consumenta 2025 war das Unternehmen vertreten. Für die Dolds ist Leinefelde-Worbis dennoch mehr als nur eine weitere Station im Veranstaltungskalender geworden.

Nun richtet sich der Blick auf den Endspurt. Bis zum Abschluss der Landesgartenschau am 11. Oktober bleibt noch etwas Zeit. Günter Dold und sein Team hoffen vor allem auf einen sonnigen September und möglichst viele spätsommerliche Tage, an denen sich die Außensitzplätze noch einmal füllen.

Denn auch nach mehreren Monaten hat die tägliche Arbeit für den 61-Jährigen nichts von ihrem Reiz verloren. Menschen bewirten, ein bisschen scherzen, zufriedene Gesichter sehen – viel mehr braucht Günter Dold eigentlich nicht, um am Ende eines langen Arbeitstages zu sagen: Es hat sich wieder gelohnt.