Leinefelde. Neun Themengärten, neun unterschiedliche Gestaltungsideen und eine Frage: Welcher ist der schönste? Die Landesgartenschau Leinefelde-Worbis stellt die Anlagen auf ihrem Gelände derzeit ausführlicher vor. Anschließend sind die Besucherinnen und Besucher gefragt, ihren persönlichen Lieblingsgarten zu wählen. Abgestimmt werden kann unter:
https://www.lgs-leinefelde-worbis.de/landesgartenschau/voting-lieblingsgarten/
In dieser Folge treffen zwei Gärten aufeinander, die das Thema Genuss auf ganz unterschiedliche Weise interpretieren: Während „Mit allen Sinnen genießen“ zum Innehalten, Wahrnehmen und Entspannen einlädt, verwandelt die „Thüringer Spirale – dem Genuss auf der Spur“ bekannte Spezialitäten des Freistaates in fantasievolle Pflanzenbilder.
Ein Garten zum Sehen, Hören, Riechen und Fühlen

Der Themengarten „Mit allen Sinnen genießen“ ist ein ruhiger Rückzugsort inmitten des Gartenschaugeländes. Zarte Farben, vielfältige Düfte, unterschiedliche Formen und das leise Plätschern zweier Wasserspiele schaffen eine Atmosphäre, in der die Umgebung ganz bewusst wahrgenommen werden kann. Eine geschwungene Holzliege lädt dazu ein, für einen Moment den Alltag zu vergessen.
Markante Gehölze geben dem Garten seine Struktur. Dazu gehören Chinesischer und Japanischer Blumenhartriegel, Persischer Eisenholzbaum, Kanadischer Judasbaum und eine Himalaja-Zeder. Zwischen den Trittplatten wachsen verschiedene Teppichthymian-Sorten. Sie schließen die Fugen auf natürliche Weise, erschweren unerwünschtem Aufwuchs das Keimen und bieten zugleich einen ökologischen Lebensraum.
Auch die Duftgeranien sind ein wichtiger Bestandteil des Sinneserlebnisses. Sie erweitern die Wahrnehmung des Gartens um überraschende Aromen und sogar eine geschmackliche Dimension wie beispielsweise nach Möhre oder pfeffrig duftend. Besondere Blickfänge sind ein durchbrochener Ozeanfindling sowie ein nordischer Findling, über den Wasser an einer Skulptur in Gestalt einer jungen Frau entlangfließt.
Die Idee des Gartens ist nach einer Entwurfsplanung von Celina Hauschildt, Anna Feldtmann, Viktoria Keutmann, Vivien Keil und Jan Schilling sowie Studierenden der Landschaftsarchitektur an der Fachhochschule Erfurt entstanden. Betreut wurde das Projekt von Professor Jonas Reif. Den Ausstellungsbeitrag führte Regines Blumen- & Gartenmarkt aus Schönstedt aus.
Thüringer Spezialitäten werden zu Pflanzenbildern

Deutlich augenzwinkernder nähert sich die „Thüringer Spirale – dem Genuss auf der Spur“ dem Thema. Hier werden typische Gaumenfreuden des Freistaates nicht serviert, sondern mit Pflanzen, Farben und überdimensionalen Skulpturen inszeniert.
Zu den rund 1,70 Meter langen Bratwürsten gehört ein leuchtend gelbes „Senfbeet“. Scharfer Mauerpfeffer, Felsen-Steinkraut, Gold-Pfennigkraut, Schlüsselblumen, Sonnenröschen und Gold-Astern greifen die charakteristische Farbe des Senfs auf. Eine weitere Pflanzung erinnert an Schokolade. Schokoladenblumen, rotlaubiger Bartfaden und rotes Samtlaub-Silberglöckchen sorgen dort für dunkle und rötlich-braune Farbtöne.
Auch der Thüringer Kloß erhält seinen großen Auftritt. Neben überdimensionalen Klößen gehört ein Kloßsessel mit einem Durchmesser von rund 1,20 Metern zu den beliebtesten Fotomotiven des Gartens. Die passende „grüne Soße“ entsteht aus Schafgarbe, Leinkraut, Wegwarte, Thymian, Salbei und Blumen-Majoran.
Geplant wurde die Thüringer Spirale von den Landschaftsarchitekturstudentinnen Hannah Curth, Larissa Kröhling und Leoni Strangfeld unter Betreuung von Professor Jonas Reif. Entstanden ist eine spielerische Reise durch die kulinarische Identität Thüringens, die mit Pflanzenduft, Farben und ungewöhnlichen Formen Augen, Nase und Fantasie anspricht.
Ob stiller Sinnesgarten oder humorvolle Hommage an Bratwurst und Klöße: Beide Anlagen zeigen, wie unterschiedlich das Thema Genuss gärtnerisch erzählt werden kann. Wer seinen Favoriten gefunden hat, kann ihm beim Online-Voting der Landesgartenschau seine Stimme geben.
